Über

Mariana Arandjelovic

 

  • geboren 1956
  • autodidaktische Künstlerin
  • verheiratet
  • lebt und arbeitet in Frankfurt/Main

V I T A

 

Leidenschaftlich und hingebungsvoll experimentiert die Künstlerin mit Materialien, die z.T. nur bedingt für die Malerei taugen.

„Ich komme aus kleinen Verhältnissen, aufgewachsen auf dem Land mit zahlreichen Geschwistern. Unser fröhlicher Vater war der erste Ausländer im Dorf. Widerstände bin ich also gewohnt. Entgegen den Erwartungen blieb er bei unserer Mutter. Sie war schön, jung und vielseitig musisch begabt und vermutlich oft überfordert mit fünf Kindern. Sie hat all unsere Kleider selbst genäht oder gestrickt.

 

Wir haben alle gelernt, aus nichts etwas zu machen. Ein Sinn für Schönheit ist uns allen inne und Kreativität wurde uns einfach so in die Wiege gelegt. Wir haben oft zusammen gesungen und musiziert. Wir hatten wenig und ich musste alles erfinden, was ich brauchte, um mich auszudrücken. Papier war natürlich Mangelware. Sie sollten meine Schulhefte sehen, alles vollgekritzelt.

Mein angeborenes frühkindliches Schielen hat mich als Kind zu merkwürdigen Spielen und Forschungen getrieben. Immer hatte ich Angst blind zu werden. Ich saugte mit den Augen auf, was es zu sehen gab und übte mich intensiv darin, mir Farben, Raumverhältnisse und Abstände zu merken. Heute weiß ich, dass viele bekannte Künstler an Formen des Schielens litten, da befinde ich mich in sehr guter Gesellschaft.

 

Ich nahm was ich in die Finger kriegen konnte, kaputte Ziegel zum Kritzeln, Grasbündel zum Flechten und Weben, Tonerde und Mehlpapp zum Kneten und aus Verpackungen kann man tolle Puppenkleider schnippeln. Ich schnippelte mit Scheren von früh bis spät, um Muster und Figuren zu gestalten. Ich konnte problemlos ganze Tage allein spielen, wenn ich im großelterlichen Bauernhof in Ferien war. Ich muss ein anstrengendes Kind gewesen sein, also wurde ich häufig dorthin verbannt und genoss die Ruhe und die unverhofften Freiräume.

 

Ich kam mit 16 als Kindermädchen in eine schwerreiche Familie in die Südschweiz und habe die Zwänge und das Elend reicher Kinder kennen gelernt. Ein weißer Flügel stand im Salon und ich musste darauf achten, dass die Teppichfransen gekämmt waren…solche Dinge. Das habe ich nicht lange mit gemacht. Aber ich war von da an selbständig in der Welt unterwegs.

 

Durch meine mehrjährigen Sprachreisen bin ich nach einem abgebrochenen Germanistikstudium mit 30 Jahren schließlich im Büro gelandet, ich! Nach einigen Karriereschritten bis hin zur Chefsekretärin in großen internationalen Kanzleien habe ich nach schwierigem Spagat zwischen meinen eigentlichen Interessen, Kunst und Musik mit Kindern zu machen, den Sprung in eine passendere Umgebung gemacht und mein jetziger Beruf als Erzieherin erlaubt mir, den Kopf noch für meine Kunst frei zu haben. Die Arbeit mit den Kindern inspiriert mich eher, als dass sie mich ermüdet.“

 

Seit der Erfindung des wärmeempfindliche Fax-Papiers gestaltet Mariana Arandjelovic dieses mit dem Bügeleisen. Seit ihrer Entdeckung vor 20 Jahren entwickelt sie Strategien, um die fragilen Strukturen haltbar zu machen. Sie lässt Bügelbilder auf transparente Textilbanner drucken u.ä.

 

Im Spiel mit Technik und Zufall kreiert sie gerne zähflüssige Malmittel aus Küchenvorräten und versucht den Prozess zu steuern. Aus Mehl- oder Zimtmischungen entstehen Sternbilder, aus Muskatsaucen Muskat-Tiere und Kaffesatz-Zuckerlösungen härten aus zu orakelhaften Zukunftsvisionen, wobei die Titel oftmals die Bildbedeutung persiflieren.

 

Wörter oder Buchstaben fungieren gelegentlich als Bildmaterial, größere oder kleinere Fragmente aus Werbeplakaten gestaltet die Künstlerin derzeit um zu Landschaftsidyllen, die sie verlacht oder Skulpturen, denen sie Ernsthaftigkeit verleiht.

 

„Meiner Experimentierlust ist grenzenlos. Es gibt kaum ein Material, das mich nicht interessiert. Lediglich die Gravitationskraft, meine begrenzten körperlichen Fähigkeiten und die Zeit engen meine vielen Vorhaben ein“, sagt die Künstlerin über ihre Arbeit. „Aber ich kann auch richtig malen, einen Hund oder so.“

 

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